Der landwirtschaftliche Bodenmarkt und der Immobilienmarkt haben viele Gemeinsamkeiten. Sowohl die Erzeugung von Lebensmitteln als auch das Vorhandensein von bezahlbarem Wohnraum berühren die Daseinsvorsorge der Bevölkerung und damit menschliche Grundbedürfnisse. In beiden Märkten sind die Aktivitäten von Investoren im Zuge der Finanzkrise 2007/2008 massiv angestiegen, da sich sowohl Agrarflächen als auch Wohnraum als lukrative und sichere Anlageobjekte herausgestellt haben. Gepaart mit weiteren Faktoren, hat dies in beiden Sektoren zu Preissteigerungen geführt.
Die politisch Verantwortlichen verfügen bereits seit vielen Jahren über Instrumente, um diese Preissteigerungen zu begrenzen sowie Konzentrationsprozessen von Besitzverhältnissen entgegenzuwirken. Diese Instrumente bleiben jedoch sowohl auf dem landwirtschaftlichen Boden- wie auch auf dem Immobilienmarkt bislang weitgehend ungenutzt. Die Folge: Viele aktive Landwirte, Mieter und Personen, die ein Eigenheim suchen, sind aufgrund der Preissituation zunehmend frustriert. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die Wahrnehmung, dass es die politisch Verantwortlichen in beiden Sektoren zulassen, dass kapitalstarke Investoren, die ihre Erwerbe auf Basis von Share Deals (Anteilskäufen) tätigen, zudem noch von der Grunderwerbsteuer befreit werden.
Trotz einer Vielzahl an Gemeinsamkeiten werden die gesellschaftlichen Debatten um die Preise von Agrarflächen und Wohnraum bislang weitestgehend unabhängig voneinander geführt. Und das, obwohl die debattierten Regulierungsinstrumente auf den ersten Blick weitgehend identisch scheinen. In beiden Bereichen geht es im Kern um „Preisbremsen“ und eine stärkere Begrenzung von „profitorientierten Investoren“. Warum also tun sich diejenigen, die eine stärkere Regulierung des landwirtschaftlichen Bodenmarktes und des Immobilienmarktes befürworten nicht zusammen und bündeln ihre Kräfte? Und: Stimmt es eigentlich, dass die jeweiligen Debatten ähnlich geführt werden und die Instrumente sich sehr ähnlich sind?
Um sich diesen Fragen zu nähern, hat es sich das AgrarBündnis in einem Projekt der Aufgebe gestellt, die in den jeweiligen Sektoren debattierten Instrumente genauer zu untersuchen sowie herauszufinden, wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen. Da für die Umsetzung von Reformen Kenntnisse der realpolitischen Prozesse und Verhältnisse sehr hilfreich sind, hat das AgrarBündnis für den Bereich des landwirtschaftlichen Bodenrechts überdies eine Übersicht der in den letzten Jahren erfolgten Reformversuche in den jeweiligen Bundesländern zusammengestellt. Die zentralen Informationsquellen für die Umsetzung des Projektes waren eine umfassende Online- und Literaturrecherche sowie fünf ausführliche qualitative Experteninterviews. Die Ergebnisse des Projektes sind in einer Broschüre mit dem Titel: „Hektare und Quadratmeter - Marktregulierung von Agrarflächen und Wohnimmobilien im Vergleich“ dokumentiert.
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Kontakt zum Autor:
Phillip Brändle
Mail: braendle@agrarbuendnis.de
Tel.: 0163-9709645

Das Projekt wird gefördert von der Landwirtschaftlichen Rentenbank

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